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Heizung & Sanitär

Wärmepumpe in Wildeshausen

„Funktioniert eine Wärmepumpe in einem Haus von 1975?“

Das ist die Frage, die bei uns am häufigsten gestellt wird. Dazu gibt es inzwischen belastbare Messungen und nicht nur Meinungen. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat im Projekt „WPsmart im Bestand“ über mehrere Jahre 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern begleitet und die Auswertung im November 2025 veröffentlicht.

Das Kernergebnis: Zwischen dem Alter des Gebäudes und der Effizienz der Anlage ließ sich kein Zusammenhang feststellen. Eine Vollsanierung ist keine Voraussetzung. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen lag die Jahresarbeitszahl im Mittel bei 3,4, die einzelnen Anlagen zwischen 2,6 und 4,9. Bei Anlagen mit Erdwärme lag der Mittelwert bei 4,3.

Entscheidend war etwas anderes als das Baujahr: ob die Heizflächen groß genug sind, um mit niedriger Temperatur auszukommen. Wo die Heizkörper ausreichend bemessen waren, kamen sie mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie Flächenheizungen. Genau das prüft man vor dem Einbau. Am Haus, nicht am Prospekt.

Vorhaben schildern
Gedämmte Leitungen an der Wanddurchführung einer Wärmepumpen-Außeneinheit, die auf einem Betonfundament steht

Der Test, den Sie selbst machen können

Er kostet nichts und braucht nur einen kalten Winterabschnitt. Stellen Sie die Thermostatventile in allen Räumen weit auf und senken Sie an der Heizungsregelung die Vorlauftemperatur in Schritten ab. Warten Sie nach jedem Schritt einen oder zwei Tage und gehen Sie dann durch die Räume.

Bleiben alle Räume warm, wenn der Vorlauf deutlich unter dem alten Wert liegt, ist Ihr Haus geeignet, unabhängig davon, was auf dem Bauschild steht. Fällt ein einzelner Raum ab, liegt es fast immer an einem zu klein bemessenen Heizkörper in genau diesem Raum. Der wird getauscht, nicht das ganze Haus umgebaut. Notieren Sie sich die Werte und bringen Sie den Zettel mit. Das ist die brauchbarste Vorarbeit, die Sie leisten können.

Luft oder Erdwärme

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die verbreitetste Bauart. Sie braucht keine Bohrung und keine Genehmigung, sie wird draußen aufgestellt oder geteilt innen und außen aufgebaut. Ihre Leistung sinkt, wenn es draußen sehr kalt ist, also genau dann, wenn sie gebraucht wird. Das ist beherrschbar, aber es ist der Grund, warum die Auslegung so genau sein muss.

Erdwärme arbeitet gleichmäßiger und in der Messung deutlich effizienter, weil die Temperatur im Boden über das Jahr kaum schwankt. Dafür braucht sie eine Bohrung oder Flächenkollektoren, also Platz und Zeit. Bohrungen sind wasserrechtlich erlaubnispflichtig, und in Wasserschutzgebieten gelten Einschränkungen. Im Landkreis Oldenburg ist das keine theoretische Frage. Die Erlaubnis wird bei der zuständigen Behörde eingeholt, und das dauert. Wer diesen Weg gehen will, fängt entsprechend früher an.

Schall und Aufstellort

Der häufigste Streitpunkt in Wohngebieten ist nicht die Technik, sondern das Geräusch. Maßgeblich ist nicht, wie laut das Gerät bei Ihnen klingt, sondern welcher Wert am Nachbargrundstück ankommt, und nachts gilt ein strengerer Wert als tags. Das lässt sich vorher rechnen, und ein guter Betrieb rechnet es, statt es auszuprobieren.

Daraus ergeben sich praktische Regeln: Abstand halten, nicht in eine Innenecke oder einen Lichtschacht stellen, wo der Schall sich sammelt, und nicht unter das Schlafzimmerfenster, auch nicht unter das des Nachbarn. Dazu kommt das Kondensat, das eine Luftwärmepumpe im Winter abgibt und das abgeleitet werden muss, damit sich kein Eis auf dem Gehweg bildet. Und ein Fundament, das nicht arbeitet, weil sonst die Leitungen zur Wand ermüden.

Was dabei zusammenhängt

Vor der Wärmepumpe kommt der Elektriker. Zuleitung, Platz im Zählerschrank und die Anmeldung beim Netzbetreiber müssen erledigt sein, bevor eingeschaltet wird. Neue Wärmepumpen gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen: Der Netzbetreiber darf ihre Leistung im Ausnahmefall kurz begrenzen, im Gegenzug gibt es günstigere Netzentgelte. Der Zählerplatz muss dafür vorbereitet sein.

Dazu kommen Fundament und Wanddurchführung vom Rohbau, im Haus Platz für Puffer- und Warmwasserspeicher, und häufig einzelne neue Heizkörper. Und der Punkt, der die Rechnung verändert: eine Solaranlage auf dem Dach. Eine Wärmepumpe ist der beste Abnehmer für eigenen Strom, weil sie über Monate läuft. Deshalb rechnen wir beides zusammen, wenn beides in Frage kommt.

Ein technischer Hinweis, der den Aufstellort betrifft: Viele neue Geräte arbeiten mit Propan als Kältemittel. Das ist ökologisch die deutlich bessere Wahl und stellt Anforderungen an den Aufstellort, weil das Mittel brennbar ist. Die Abstände und Zonen sind kein Hindernis, aber sie schließen einzelne Stellplätze aus. Das gehört in die Planung und nicht in die Ausführung.

Was Recht und Förderung sagen

Die Regeln für den Einbau neuer Heizungen sind 2026 geändert worden. Deshalb ist alles, was 2023 und 2024 dazu geschrieben wurde, als Entscheidungsgrundlage nicht mehr brauchbar, auch nicht das, was in Erinnerung geblieben ist. Wir gehen an den aktuellen Stand, bevor etwas beauftragt wird.

Für die Förderung gilt eine Regel unabhängig von jeder Änderung: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein. Es gibt einen Zuschuss für den Heizungstausch, der aus mehreren Bausteinen besteht, sowie Kredite über die Hausbank. Bausteine, Sätze und Höchstbeträge werden regelmäßig angepasst, deshalb steht hier keine Zahl, die in einem halben Jahr falsch wäre. Wir sehen im Termin nach und rechnen es an Ihrem Haus durch.

Wie lange es dauert und was Sie vorher wissen sollten

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit Fundament, Durchführung, Zuleitung und Inbetriebnahme in einer bis zwei Wochen eingebaut. Bei Erdwärme kommen Genehmigung und Bohrung dazu. Hier zählt man in Monaten, nicht in Wochen, und der Antrag steht am Anfang.

Klären Sie mit dem Elektriker den Stromtarif. Für Wärmepumpen gibt es eigene Tarife, die eine getrennte Messung voraussetzen, und die günstigeren Netzentgelte für steuerbare Geräte hängen an derselben Technik. Ob sich das für Sie rechnet, hängt am Verbrauch, aber der Zählerplatz muss es hergeben, und das entscheidet sich beim Einbau, nicht danach. Und lassen Sie sich nach der Inbetriebnahme die eingestellte Heizkurve erklären. Die meisten Anlagen, die als ineffizient gelten, sind nur falsch eingestellt.

Wer das macht

Aus der Gilde: Heizung & Sanitär

Heizung & Sanitär

Olaf Schmidt Heizung-Sanitär GmbH

Wildeshausen

Wir führen sämtliche Heizungs- und Sanitärarbeiten aus. Zusätzlich planen, liefern und montieren wir noch Solarthermie und Klimaanlagen. Selbstverständlich führen wir auch Reparatur- und Wartungsarbeiten durch.

  • Wärmepumpe einbauen
  • Gasheizung tauschen
  • Badezimmer renovieren
  • Altersgerechtes Renovieren
  • Wartungen von Heizungs- und Sanitäranlagen
  • Kernsanierungen von Altbauten
  • Komplette Neubauten
  • Solarthermie installieren

Olaf Schmidt, Chef

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Häufig gefragt

Funktioniert eine Wärmepumpe in einem unsanierten Haus?

Die Feldmessung des Fraunhofer ISE von November 2025 hat bei 77 Anlagen keinen Zusammenhang zwischen Gebäudealter und Effizienz gefunden. Eine Vollsanierung ist also keine Bedingung. Was zählt, sind ausreichend große Heizflächen und eine korrekte Auslegung.

Brauchen wir eine Fußbodenheizung?

Nein. Ausreichend groß bemessene Heizkörper kamen in der Feldmessung mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie Flächenheizungen. Häufig genügt es, in einzelnen Räumen den Heizkörper zu tauschen. Das wird raumweise geprüft, bevor etwas bestellt wird.

Wird das für die Nachbarn laut?

Maßgeblich ist der Wert, der am Nachbargrundstück ankommt, nachts strenger als am Tag. Das wird vorher gerechnet und bestimmt den Aufstellort mit. Innenecken, Lichtschächte und die Wand unter einem Schlafzimmerfenster sind die Stellen, die man meidet.

Was passiert bei sehr kaltem Wetter?

Die Leistung einer Luftwärmepumpe sinkt, wenn es draußen sehr kalt ist. Deshalb hat sie einen elektrischen Heizstab für die wenigen Tage im Jahr, an denen es knapp wird. Wenn dieser Heizstab dauernd mitläuft, ist die Anlage zu klein oder falsch eingestellt. Daran erkennt man beides.

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